Der Alltag mit inkontinenten Katzen

Zuallererst ist es wichtig, eine Routine und einen ungefähren Zeitplan zu finden, der für Mensch und Tier funktioniert. An meinen Arbeitstagen werden meine inkontinenten Katzen zuerst einmal morgens vor dem Fressen entleert und dann ca. zwei Stunden später nochmals, damit ich sie wirklich mit einer leeren Blase verlasse, wenn ich in die Arbeit fahre. Das erfordert natürlich, dass ich früh genug aufstehe, um das alles vor meinem Dienstbeginn zu erledigen. 

 

Ich gehe dann Vollzeit arbeiten und bin ca. 9 Stunden außer Haus. Sobald ich nach Hause komme, werden sie wieder nach der Reihe entleert und danach gibt es Futter. Kurz vorm Schlafengehen wiederholt sich die Routine dann nochmals. Pro Katze brauche ich zur Entleerung ungefähr 5 Minuten. Es ist, wenn alles erstmal eingespielt ist, kein großes Ding.

 

Ich kann es an dieser Stelle nur nochmal sagen: Routine ist alles! Klar wäre es schön, wenn solche Katzen "24-Stunden-Pflege" hätten und die Pausen zwischen dem Ausmassieren möglichst kurz gehalten werden könnten. Bei richtigem Management ist es aber durchaus möglich, solche Katzen dauerhaft gut zu versorgen, auch wenn man normal arbeiten geht. 

 

Fiby führt trotz ihres Handicaps ein völlig normales Leben! Nur zu gern hätte ich das ihren Vorbesitzern, welche sie einschläfern lassen wollten, einmal gezeigt. Diese Möglichkeit blieb uns aber verwehrt, denn es wurde sogar eine falsche Telefon-Nummer hinterlassen.... Nunja, Fiby geht es gut, das zählt.

 

Verlieren solche Katzen Kot und Urin?

Die richtige Antwort ist: Jein! Normalerweise, also wenn das Fütterungs- und Entleerungs-Management klappt und sich alles eingespielt hat, sind solche Katzen weitgehend "sauber". Sie verlieren, wenn sich erstmal der richtige Pflegerhythmus gefunden hat, weder ständig Kot noch Urin. Aber: Schlafplätze sollten immer mit gut waschbaren und undurchlässigen Auflagen versehen werden, denn im Schlaf kann es schonmal sein, dass es zu Harnträufeln kommt. Daher ist es wichtig, entsprechend vorzubeugen, damit die Katzen trotzdem weiterhin an einem normalen Leben teilhaben können. 

 

Wie geht man nun damit um? Ich habe mein Haus darauf angepasst, damit Hoppalas nichts anrichten können. Ich habe die "Katzen-Einrichtung" z.B. umgestaltet, indem ich großteils auf Vollholz-Kratzbäume mit waschbaren Bezügen umgestiegen bin. Von diesen Bezügen habe ich mehrere Garnituren, was einen Tausch verschmutzter Stellen bei Bedarf sehr einfach macht.

 

Unser inkontinenter Chico im Wohnzimmer. Er lebt völlig normal mit uns, wie jede andere Katze.

 

Es gibt mittlerweile auch eine breite Auswahl an wasser-undurchlässigen Tages- und Wohndecken, damit zB Bett und Couch im Ernstfall sicher sind. (Siehe zB Amazon). An den Kratzbäumen und Liegeflächen arbeite ich auch viel mit handelsüblichen, waschbaren Inkontinenzauflagen. Wer es gern bunter hat - es gibt mittlerweile auch auf den Heimtierbedarf zugeschnittene "Pee Pads". Sie sind eine gute Grundlage, denn Ziel ist, dass im Ernstfall nichts durchgeht und alles waschbar ist.

 

 

Wer sich fürs aller erste einen Schutz selber basteln will: dünne Inkontinenz Bettschutz-Laken aus Molton können auch für eine Couch oder Sitzbank verwendet werden. Darüber spannt man eine normale Wohndecke, damit es optisch normal aussieht. Sollte ein Hoppala passieren, naht daraufhin kein Weltuntergang, da nichts durchgehen kann. 

 

Mit der Zeit weiß man normalerweise ungefähr die beliebten Schlafplätze seiner Katze, sodass man diese Plätze natürlich besonders absichert. Dank der großen Auswahl an wasserdichten Decken gibt es dafür heutzutage schon viele Möglichkeiten. 

 

Für den Anfang, also bis sich alles eingespielt hat, habe ich eine neue Katze aber stets in einem separaten Raum eingewöhnt. Damit konnte ich schonmal vorab checken, was auf mich zukommt. Wer noch neu in der Materie ist, sollte zuerst einmal einen Raum für die Katze auswählen, der leicht zu reinigen ist. Wenn sich alles eingespielt hat, kann sie dann langsam den gesamten Wohnbereich erobern. 

 

Nala ist aufgrund eines Schwanzabrisses inkontinent und durfte früher nur draußen leben. Mit der richtigen Pflege und Ausmassieren darf sie jetzt ganz normal auf der Couch liegen, wie es ihr gefällt. 

 

Bei mir können sich alle inkontinenten Katzen frei im Haus bewegen. Das Füttern und Entleeren richtig managen, ist dafür das Wichtigste. Einmal pro Woche heißt es "Grundputz" - dann werden alle Schlafplätze und Decken getauscht. Natürlich ist das bei mir allein aufgrund der Anzahl von Handicap-Katzen mit einem erhöhten Aufwand verbunden, der sich aber allemal lohnt, denn dadurch ist den Tieren ein normales Leben möglich.