Ist Ihre Katze auch nicht zum selbständigem Kotabsatz fähig, braucht sie auch dabei Hilfe. Nur selten wird man mit dem Zustand dauerhaft glücklich, wenn die Katze fortan den Kot "einfach verliert". Denn meist schoppt sich der Darm unbemerkt immer weiter an und es drückt sich zwar immer wieder ein "Kotbemmerl" hinaus, zu einer zufriedenstellenden Entleerung des Darms kommt es auf diese Weise aber meistens nicht. Man steuert dann oft unbewusst auf ein Megakolon zu. Der Darm weitet sich aus, verliert an Motorik, die Peristaltik wird immer weniger und Probleme wie Verstopfungssymptome (Erbrechen, Gastritis, Blähungen/Aufgasen) nehmen mit der Zeit zu.
Außerdem ist es das Ziel, die Katze so sauber wie möglich zu halten, damit sie weiter an einem normalen Leben teilhaben kann. Ständiges Kotverlieren würde bedeuten, dass sie kaum mehr in den Wohnraum darf - daher ist das Ausmassieren die beste Alternative.
Wie entleert man den Darm richtig? Ich massiere zuerst den Bauch gut durch, um zu ertasten, wie stark der Darm gefüllt ist. Dann fahre ich bauchseitens mit der einen Hand mit massierenden Bewegungen entlang der Wirbelsäule, um den Kot weiterzuschieben. Mit der anderen Hand drücke ich am After den Kot hinaus (Handschuhe anziehen!). Es ist ein Zusammenspiel aus Druck und Gegendruck. Das durchmassieren, weiterstreichen und hinausdrücken wiederhole ich, bis ein normaler Kotabsatz erreicht und der Darm spürbar entleert ist.
Da das Kot-Entleeren das gute Durchmassieren des Bauches nötig macht, ist das anfangs, wenn die Katze gerade frisch einen Unfall erlitten hat oder gar operiert wurde, oft absolut nicht lustig. Deshalb greift man zu Beginn eher zu Klistieren wie z.B. Mikroklist, um den Darm ohne großartige Manipulation zu entleeren. Dies ist natürlich kein Dauerzustand, kann einem aber über diese erste Phase hinweghelfen. Bei den meisten Katzen mit Inkontinenz kann mittels Klistier und anschließender Massage ein zufriedenstellender Kotabsatz erreicht werden.
Klistiere sollten aber kein Dauerzustand werden. Wenn dauerhaft Hilfsmittel nötig sind, empfehle ich eher einen seichten Einlauf mit warmen Wasser, um das Ausmassieren zu erleichtern. Oft sind ca. 10-20 ml Einlauf bereits ein "Game Changer", da der erste Batzen Kot sich dann wesentlich leichter löst und es sich besser ausmassieren lässt.
Auch Blähungen erschweren das Kot-Entleeren oft immens. SAB-Tropfen aus der Apotheke, die gegen das Aufgasen helfen, haben sich hier bewährt.
Generell ist es beim Thema Kot-Entleerung sehr wichtig, das individuell richtige Futter für Ihre Katze zu finden, da die richtige Kot-Konsistenz das Entleeren sehr erleichtert. Mehr dazu unter
"Futtermanagement".